Knock At The Cabin | Film Kritik | 2023 (2024)

Genre: Horror-Thriller | Produktion: USA 2022 | Laufzeit: ca. 100 Minuten | Regie: M. Night Shyamalan

Mit: Dave Bautista, Jonathan Groff, Ben Aldridge, Kristen Cui, Ruppert Grint, Abby Quinn, Nikki Amuka-Bird u.a

Inhalt: Das Ehepaar Eric (Jonathan Groff), Andrew (Ben Aldridge) und ihre siebenjährige Tochter Wen (Kirsten Cui) beschließen, in einer idyllischen Waldhütte dem Alltag zu entfliehen. Ihr Glück wird jäh unterbrochen, als vier bewaffnete Fremde, angeführt vom mysteriösen Leonard (Dave Bautista), auftauchen und erklären, dass einer von ihnen geopfert werden muss, um das Ende der Welt zu verhindern.

Nach Geistertherapeuten, landwirtschaftlich veranlagten Aliens und mörderischen Hausgewächsen ist es recht erfrischend, mit einer M. Night Shyamalan-Produktion konfrontiert zu werden, in der das Lächerlichste die luxuriöse hauseigene Bibliothek in einem „Airbnb“ ist.

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Der abgelegene Zufluchtsort im Film (Bewertung 4,8 – Wi-Fi, kostenloses Parken und Feierabendsekte inbegriffen) ist ein wahres Geheimversteck. Es ist der perfekte Ort für Eric (Jonathan Groff), Andrew (Ben Aldridge) und Wen (Kristen Cui), um als Familie Zeit im Grünen zu verbringen.

Gleichzeitig ist es auf den ersten Blick ein etwas langweiliger Schauplatz für ein bisschen blutigen Horror. Aber Shyamalan hält sich nie an die Regeln, und dieser Endzeit-Thriller hat, genau wie sein Schauplatz, mehr zu bieten, als der erste Blick auf die Inhaltsangabe vermuten lässt.

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Ein sich langsam aufbauender Thriller, der allerdings nicht viel Zeit verschwendet

Nach Paul Tremblays aufwühlendem Roman The Cabin At The End Of The World aus dem Jahr 2018 (mit einem Drehbuch von Steve Desmond und Michael Sherman, das von Shyamalan umgeschrieben wurde), ist dies eine kompaktere, simplere Geschichte als viele der ursprünglichen Fantastereien des Filmemachers.

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Es wird auch nicht viel Zeit verschwendet. Wir haben kaum einen Moment zum Luftholen, bevor das Baumparadies der Familie schlagartig auf den Kopf gestellt wird und nach weniger als fünf Minuten Laufzeit eine beklemmende und unheimliche Atmosphäre über uns hereinbricht.

Wen, die im Wald fröhlich Heuschrecken fängt, sieht die hünenhafte Gestalt von Leonard (Dave Bautista), der in einem knackigen, kurzärmeligen Missionarshemd auf sie zustapft und aussieht wie der Hauptakteur beim Mormonen-Summerslam.

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Die wachsende Panik ist spürbar und befeuert die erdrückende Spannung

Schnell gesellen sich seine Begleiter Sabrina (Nikki Amuka-Bird), Redmond (Rupert Grint) und Adriane (Abby Quinn) zu ihm – jeder von ihnen mit einem mittelalterlich anmutenden Folterinstrument ausgestattet – die der Familie erzählen, dass sie eine besonders schwere Entscheidung zu treffen hat.

Der abgelegene Schauplatz und das Home-Invasion-Setup mögen uralt sein, aber genau das ist das Element, bei dem sich Knock At The Cabin an die gängigen Spielregeln hält. Es ist kein Horrorfilm, der sich auf Schock und Grausamkeiten versteift, sondern der das grenzenlose Ausmaß des familiären Dilemmas auf eine trügerisch ruhige, fast sanfte Art und Weise präsentiert.

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Die Gewaltspitzen, wenn sie denn kommen, sind zwar überzeugend, aber nie plakativ, da sie sich mehr auf psychologische Aspekte als auf Splatter konzentrieren, um ihre Wirkung zu verstärken. Paranoia, Verleugnung und abgedrehte Überzeugungsversuche sind die Hauptinstrumente des Films, wobei die Charaktere und die Darstellung weitaus mehr Schlagkraft haben als die 9mm-Pistole, welche sich unerreichbar im Kofferraum von Andrews Auto befindet.

Die wachsende Panik von Groff und Aldridge ist spürbar und befeuert die erdrückende Spannung, die sich im Laufe der ca. 100 gefühlt quälenden Minuten unaufhörlich steigert.

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Die Buch Fans werden vielleicht enttäuscht sein

Bautista ist das Aushängeschild des Films, denn er hat mehr Sätze gesprochen als in all seinen vorherigen Rollen zusammen. Er unterstreicht Leonards physische Bedrohung perfekt mit einer fast kindlichen Behutsamkeit, die in ihrer liebenswerten Zurückhaltung beängstigend ist – alles ist freundlich und rücksichtsvoll, auch wenn er Schädel einschlägt.

Die Buch Fans werden vielleicht enttäuscht sein, dass einige Ecken und Kanten der Vorlage abgestumpft wurden (die Änderung des Titels ist ein bewusster Versuch, sich von dieser Adaption zu distanzieren). Und nicht alle von Shyamalans Entscheidungen sind so gelungen, wie beabsichtigt.

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Ein Cameo-Auftritt von M. Night, bei dem eine Fritteuse zum Einsatz kommt, ist besonders unpassend), aber es ist ein brutal intensiver, leider nicht immer wirkungsvoller Thriller, der allerdings keinen dritten Akt braucht, um den Zuschauer bei Laune zu halten.

Fazit: Ein nicht immer erschütternder, aber dafür effizienter Thriller. Dies ist Shyamalans bester Film seit Jahren und zugleich Bautistas Visitenkarte für seine bisher stärkste Performance.

Film Bewertung: 6.5 / 10

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